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Wirtschaftsprofessor Dr. Wilhelm Hankel im Interview zum Jahreswechsel

Professor Hankel ist Herausgeber einiger kritischer Bücher zum Euro, die man auf der Seite www.dr-hankel.de erwerben kann.

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Guten Tag Herr Prof. Dr. Hankel. Wir freuen uns sehr, dass Sie erneut die Zeit für ein Interview mit uns gefunden haben.

Prof. Hankel:
Guten Tag. Gern beantworte ich Ihnen Ihre Fragen.

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Der ESM ist nun beschlossene Sache und die Finanzmärkte scheinen dies zu ignorieren. Haben Sie eine plausible Erklärung warum die Börsen weiter ansteigen?

Prof. Hankel:
Börsen sind keine Konjunkturbarometer, sondern Park-Plätze für Anlagesuchendes Kapital und Banken-Liquidität. Wenn letztere überquillt, was aufgrund der “Rettungsmaßnahmen” für den Euro – und der steigenden Kapitalflucht aus den Krisenländern der Fall ist, steigen Börsenkurse und andere Vermögenspreise (Gold, Immobilien etc).
Nur: Es sind Angstpreise. Sie signalisieren eher Misstrauen als Vertrauen in die Zukunft einer Währung und der in ihr geschlossenen Finanz-Kontrakte. Dazu zählen auch Sparbücher und Versicherungs-Policen.

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Ist der Zerfall des Euros dadurch abgewendet oder nur verschoben?

Prof. Hankel:
Was jetzt “gerettet” werden soll, ist ja nicht der Euro, sondern das in den Euro investierte Geld. Der Euro ist erst gerettet, wenn die Krisenländer aus dem Schneider sind – und das ist sobald nicht zu erwarten. Im Gegenteil: Was man ihnen jetzt als Rettungs-Hilfe zumutet, ist pures Gift. Sie verlieren Wirtschaftskraft und Steuereinnahmen, folglich verstärken sich Krise und ihre Löcher in den Staatsfinanzen. Die Euro-Retter kurieren ihre Patienten wie Weiland Dr. Eisenbart – zu Tode.Europa wird also zu Tode kuriert.

Prof. Dr. Wilhelm Hankel: Europa wird zu Tode kuriert


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Wann rechnen Sie mit der ersten Inanspruchnahme aus der Haftung Deutschlands?

Prof. Hankel:
Dann, wenn die Beträge aufgebraucht sind. Aufgrund der heutigen Entwicklung dürfte das schon nächstes Jahr der Fall sein. Wenn man schon Zeit kauft, sollte sie wenigstens für eine realistisch kalkulierte Rekonvaleszenz des Kranken reichen.

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Wo ist mein Geld noch sicher? Wo kann der kleine Sparer angesichts sinkender Zinsen und unberechenbarer Finanzmärkte sein Geld noch sicher anlegen?

Prof. Hankel:
Am besten in der eigen Wirtschaftskraft, Leistung und Ausbildung. Human-Kapital war schon immer sicherer als Geld-Kapital.
Das gilt in erster Linie für junge Leute.
Ältere Leute sollten sich in der Welt umsehen: Es gibt genügend starke Länder und Währungen, die permanent zum Euro(und US-Dollar) aufwerten: Schweizer Franken, kleine Dollar (Kanada, Australien, Neuseeland etc.), junge aufstrebende Industrieländer (Indonesien, Malaysia, Singapur etc). Auch das gehört zur Globalisierung, dass man die Welt als Finanz-Tourist kennen und schätzen lernt. Ansonsten: sich gut beraten lassen. Von unabgängigen Beratern, die das Risiko mit ihnen teilen.

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Was halten Sie von der geplanten Bankenunion in Europa?

Prof. Hankel:
Eine Bankenunion in Europa wäre nichts anderes als die Vorform ihrer Sozialisierung. Wer Verluste sozialisiert, sozialisiert auch die Gewinne. Ich kann Europas Bank-Eignern, -Chefs und -Verbänden nur raten, rechtzeitig “nein danke” zu sagen und dieses den Europa-Politikern ins Poesie-Buch zu schreiben.


Wir bedanken uns für das Interview und wünschen Ihnen und Ihrer Familie ein besinnliches Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr sowie Gesundheit und alles Gute für 2013.

Das Interview führte Norman Mudring, Geschäftsführer www.spar24.de

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