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Mit atemberaubender Geschwindigkeit nähert sich der Euro der Parität mit dem Dollar. Selbst dem größten Profiteur, der Exportwirtschaft, ist das nicht mehr so lieb. Experten und Kritiker sehen sogar einem drohenden Währungskrieg.

Noch nicht einmal ein Jahr ist es her, da notierte der Wechselkurs des Euro an der Marke um die 1,40 Dollar und es stellte sich die Frage, ob die Gemeinschaftswährung noch weiter aufwertet. Doch eine Vielzahl von Eingriffen der Europäischen Zentralbank (EZB) haben das Blatt gewendet. Der Euro setzt seinen Sturzflug fort und fällt auf zwischenzeitlich unter 1,05 Dollar – den tiefsten Stand seit März 2003. Der Wertverlust macht sich nicht nur bei Amerika-Urlaubern bemerkbar. Selbst beim größten Profiteur, der Exportwirtschaft, gibt es Sorgen vor einem sogenannten „Währungskrieg“.

Parität in greifbarer Nähe

Die Parität von Euro und Dollar rückt in greifbare Nähe. Seit dem 09.03.2015 läuft das umstrittene Anleihekaufprogramm der EZB. Dessen Chef, Mario Draghi, verteidigt mit Nachdruck dieses Programm, mit dem die Zentralbank jeden Monat 60 Milliarden Euro in den Markt pumpt. Somit schickt er den Euro jedoch weiter auf Talfahrt. „Wir können und wir werden die Geldpolitik in einer Weise einsetzen, dass sie die Inflation in Einklang mit unserem Ziel stabilisieren kann und wird“, sagte Draghi in seiner Rede an der Goethe-Universität in Frankfurt.

Devisenhändler hatten schon vor Jahren damit gerechnet, dass die Währungen sich in Richtung Parität bewegen wird. Die Deutsche Bank sieht mittelfristig sogar nur noch einen Kurs von 0,85 Dollar, der mit erheblichen Kapitalabflüssen verbunden sein wird. Der Dollar und die amerikanische Wirtschaft haben sich erholt, worauf die Notenbank Federal Reserve, die Ausweitung der Geldmenge bremste und eine Leitzinserhöhung in Aussicht stellte. Im Euroraum hingegen weitet die EZB das Geldangebot aus, so dass eine Abwertung des Euro unabdingbar ist.

Das Ziel der EZB ist es, die Inflationsrate wieder an das selbst gesteckte Ziel von rund zwei Prozent zu bringen. Die Abwertung des Euro ist dabei ein gewünschter Nebeneffekt.
In Anbetracht gesunkener Renditen von Staatsanleihen vieler Euroländer betonte EZB-Draghi, dass die Wirkung des Programms genauso stark sei wie in anderen Ländern, die geldpolitisch einen gleichen Weg beschritten hätten.

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